Baselbieter Polizei sucht Nachwuchs

Die Polizei ist auch ein Dienstleistungsunternehmen

Noch vor drei Jahren tönte es bei der Baselbieter Polizei ganz anders. Eine erfolgreiche Rekrutierungskampagne und höhere Löhne als im benachbarten Stadtkanton brachten so viele Interessenten, dass vorübergehend kein Nachwuchs mehr in die Polizeischule nach Hitzkirch geschickt wurde. Inzwischen herrscht wieder Normalbetrieb. Pro Jahr werden mehrere Informationsveranstaltungen im Polizeihauptquartier in Liestal durchgeführt. Interessierte Personen im Alter von 18 bis ca. 35 Jahren erhalten einen ersten Einblick in die Ausbildung und in den vielseitigen Polizeiberuf.

(Bild: © Beat Eglin www.presstime.ch) Hunde sind wichtige Helfer der Polizei

(Bilder: © Beat Eglin www.presstime.ch) Hunde sind wichtige Helfer der Polizei

An den Infoanlässen werden keine trockenen Vorträge gehalten. Die Teilnehmer werden in kleineren Gruppen durch die verschiedenen Abteilungen geführt, wo kompetente Fachleute informieren und ihre Arbeit erklären. Am Schluss der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, in Einzelgesprächen weitere Fragen zu stellen und persönliche Anliegen zu besprechen. Verkehrspolizei, Streife, Kriminalistik oder Forensik sind nur einige der Spezialgebiete, in die man sich nach erfolgter Ausbildung vertiefen kann. So hat es Platz für Tüftler oder auch für Leute, die gerne im Freien oder im Büro arbeiten.

Ausbildung
Voraussetzung für die Aufnahme in die Polizeischule sind ein Mindestalter von 20 Jahren und eine abgeschlossene Berufsausbildung. «Wichtig bei der Rekrutierung sind nicht nur die theoretischen und sportlichen Testergebnisse der Aufnahmeprüfung, sondern auch die Persönlichkeit», erklärte Claudia Räber. Sie ist Leiterin der Grundausbildung der Baselbieter Polizei. Mit einer sorgfältigen Rekrutierung und Weiterbildung will man zudem das gute Image, das unsere Polizei durchaus hat, bewahren. Ohne Hierarchien geht es im Polizeiwesen nicht. Im Einsatz braucht es eine gute und konsequente Führung. Klare Anweisungen und Befehle sind wichtig. Nach getaner Arbeit geht es aber wie in anderen Betrieben sehr locker zu und her.

Die Grundausbildung dauert zwei Jahre. Die ersten zwölf Monate absolviert man an der Polizeischule in Hitzkirch. Dort schliesst man mit der eidgenössischen Berufsprüfung ab. Anschliessend folgt die praktische Arbeit während eines Jahres in einem Polizeicorps. Während der gesamten Ausbildung erhält man einen vollen, guten Lohn. Polizisten kommen aus allen möglichen Berufen. «Das bringt bei der Arbeit viel. Man ergänzt einander», sagte Roland Walter, der in seiner Polizeikarriere schon mehrere Abteilungen durchlief.

Der nächste Informationsanlass mit Einblick in die Polizeiarbeit findet am Montag, 23. April, von 19 bis 21 Uhr im Polizeihauptgebäude Gutsmatte an der Rheinstrasse 25 in Liestal statt.

Die Polizei als Dienstleister
Die Polizei ist nicht nur als Verbrechensbekämpfer oder Verkehrsregler tätig. Sehr wichtige Arbeitsgebiete sind Prävention und verschiedene Dienstleistungen für Leute aller Altersklassen. In vielen verschiedenen Merkblättern und Prospekten stehen nützliche Tipps. Diese können kostenlos an der Rheinstrasse 25 in Liestal oder bei den Polizeiposten abgeholt werden. Für spezielle Beratungen kommt die Polizei sogar zu Ihnen nach Hause.

Spurensuche mit Speziallampe

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Nützliche Tipps der Polizei
Lassen Sie sich nicht bestehlen und tragen Sie keine hohen Geldbeträge mit sich herum. Ein Portemonnaie gehört nicht in die offene Gesässtasche, sondern in eine abschliessbare Innentasche. Stellen Sie Handtaschen nicht auf den Boden und hängen Sie diese auch nicht an die Stuhllene. Sie sollten immer in Ihrem Blickfeld sein. Machen Sie es Trickdieben nicht zu leicht. Verteilen Sie Bargeld und Plastikkärtli in Ihrer Kleidung und lassen Sie sich nicht ablenken. Übergeben Sie auf der Strasse kein Wechselgeld und lassen Sie sich von Unbekannten keine Flecken von der Kleidung entfernen. Wertsachen lässt man nicht im Auto und wenn, dann höchstens unsichtbar in den Kofferraum.

Bauen Sie um? Die Polizei hat Experten, die Sie bei der Auswahl von Alarmanlagen, Aussenbeleuchtung oder den richtigen Beschlägen von Türen und Fenstern beraten können.

Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Unbekannte bei Ihnen klingeln und sich unter einem Vorwand Zutritt zu Ihrer Wohnung verschaffen wollen. Wenn es sogar zwei Personen sind ist ein Diebstahl vorprogrammiert. Eine spezielle Broschüre widmet sich auf 30 Seiten der «Sicherheit im Alter». Sie enthält viele nützliche Adressen und wendet sich mit spezifischen Tipps und Angeboten an die ältere Generation.

Wählen Sie im Zweifelsfall die Notrufnummer 117 und melden Sie verdächtige Beobachtungen. Sie helfen dadurch sich selbst und auch anderen.

Fotos + Filme: www.fotoshopper.ch

Beat Eglin

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