Kolumne – Authentisch. Ehrlich. Praxisnah.

Werte Leserschaft,
«Ich bin gestresst». Kaum ein Satz fällt derzeit häufiger – und kaum einer wird so achselzuckend hingenommen. Dabei beschreibt er für viele Menschen längst keinen kurzen Ausnahmezustand mehr, sondern den ganz normalen Alltag. Stress ist allgegenwärtig. Und ja: In kleinen Dosen ist er sogar sinnvoll. Kurzfristig macht er uns wach, fokussiert und leistungsfähig. Unser Körper schüttet Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus – ein archaisches Überlebensprogramm, das uns seit Jahrtausenden schützt.
Wenn Stress zum Dauerzustand wird
Problematisch wird es erst dann, wenn Stress kein Ende findet. Wenn Anspannung zur Dauerschleife wird und Erholung zur Ausnahme. Genau hier liegt das gesundheitliche Risiko unserer Zeit. Chronischer Stress verändert den Stoffwechsel tiefgreifend: Der Körper verbraucht und verliert vermehrt essenzielle Mikronährstoffe wie Magnesium, Zink, Kalium oder B-Vitamine. Sie werden buchstäblich ausgeschwemmt – und fehlen dort, wo sie am dringendsten gebraucht würden: im Nervensystem, im Energiestoffwechsel, in der hormonellen Balance.
Die Folgen sind oft subtil, aber deutlich spürbar: innere Unruhe, Konzentrationsprobleme, Muskelverspannungen, Schlafstörungen, Reizbarkeit und stille Entzündungen. Ein Teufelskreis entsteht: Stress leert die Nährstoffdepots, der Mangel wiederum erhöht die Stressanfälligkeit. Wer diesen Kreislauf durchbrechen will, braucht mehr als nur gute Vorsätze – sondern gezielte Unterstützung.

Worte wirken stärker, als wir denken
Was dabei häufig unterschätzt wird: Unser Körper hört jedes Wort und jeden Gedanken mit. Sprache ist Biochemie. Gedanken sind keine harmlosen Begleiter, sondern messbare Reize für das Nervensystem. Wer sich immer wieder sagt: «Ich bin gestresst», verstärkt unbewusst genau diesen Zustand. Das Gehirn reagiert darauf mit erhöhter Alarmbereitschaft – die Stresshormone folgen prompt. Man spricht hier vom Nocebo-Effekt: Negative Selbstzuschreibungen können Symptome verstärken oder überhaupt erst erzeugen.
Ein kleiner sprachlicher Perspektivenwechsel kann deshalb viel bewirken. Statt «Ich bin gestresst» wirkt «Ich bin im Moment sehr gefordert» regulierend. Oder: «Ich trainiere gerade meine Belastbarkeit.» Auch «Es ist viel los, aber ich komme Schritt für Schritt damit zurecht» signalisiert dem Nervensystem Sicherheit statt Bedrohung. Worte formen Wahrnehmung – und Wahrnehmung steuert Physiologie.
Unterstützung von innen: Nährstoffe und Alltag
Ergänzend dazu haben sich bestimmte Mikronährstoffe besonders bewährt: Magnesium als klassischer «Stresspuffer» für Nerven und Muskeln. Vitamin B6 zur Unterstützung der Neurotransmitterbildung. Zink, Chrom und Mangan zur Stabilisierung des Blutzuckers – ein oft unterschätzter Stressfaktor. Kalzium wirkt zusätzlich beruhigend auf die neuromuskuläre Reizleitung, Antioxidantien wie Vitamin E schützen die Zellen vor stressbedingten Schäden.
Doch selbst die beste Nährstoffstrategie greift zu kurz, wenn der Alltag dagegen arbeitet. Kleine Gewohnheiten haben grosse Wirkung: ausreichend trinken, regelmässig essen, Mahlzeiten nicht auslassen. Ein ausgewogenes Frühstück mit Proteinen und komplexen Kohlenhydraten stabilisiert den Blutzucker und verhindert frühe Leistungstiefs. Alkohol und übermässiger Koffeinkonsum wirken hingegen wie Brandbeschleuniger im Stresssystem.
Ein oft übersehener Schlüssel liegt im Neurotransmitter Serotonin – unserem inneren Stimmungsregulator. Er beeinflusst Schlaf, Appetit, Emotionen und Gelassenheit. Ist er im Gleichgewicht, fühlen wir uns stabiler, ruhiger und belastbarer.
Ich wünsche allen ein gut ausbalanciertes Jahr 2026!
Falls wir Sie mit individuell auf Sie abgestimmten Mikronährstoffen begleiten dürfen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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